Der Ratenkredit


Die großen Wünsche lassen sich nicht immer direkt bezahlen. An dieser Stelle hilft ein Ratenkredit dem Verbraucher. Im Folgenden wird dabei auf die unterschiedlichen Kreditarten eingegangen werden, sowie deren Besonderheiten. Aber bevor hier ins Detail gegangen werden kann, soll noch eine kurze Einführung zur aktuellen Zinssituation gegeben werden.


Ratenkredit

Die Besonderheiten eines Ratenkredits

Die Zinsen waren noch nie so niedrig – und Kredite noch nie so einfach zu erhalten! Wer sich den Verlauf der Kreditzinsen anschaut, der wird feststellen, dass in den letzten Jahren der Zins immer weiter gesunken ist. Grund ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, die seit einigen Jahren einen Strafzins für die Banken eingeführt hat. Banken müssen also überschüssiges Geld, welches ihre Kunden dort angelegt haben und das nicht in Form von Krediten weitergegeben werden konnte, bei der EZB lagern. Dafür berechnet die Zentralbank einen Strafzins. D.h. die Banken sind daran interessiert diesen Zins zu vermeiden und müssen ihrerseits wiederum für Verbraucher den Kreditzins senken, damit diese einen Kredit aufnehmen. Das Ergebnis sind historische Tiefstzinsen.

Der Verbraucherkredit

Für Anschaffungen jedweder Art ist der sogenannte Verbraucherkredit gedacht. Dieser wird in der Regel auch Ratenkredit genannt. Diese Kreditform wird von einer Vielzahl von Kreditinstituten angeboten und ist sehr einfach vergleichbar. Dabei helfen Plattform im Internet, die relativ einfach eine Vergleichbarkeit herstellen und dem Verbraucher online das günstigste Angebot ermitteln. Diese Art von Kredit ist nicht besichert. Kommt es zu einem Zahlungsausfall, dann muss die Bank den üblichen Mahnprozess durchführen. Der Zinssatz eines solchen Kredits berechnet dabei nach drei Kriterien:

  1. Der Höhe des Kredits
  2. Der Laufzeit des Kredits und
  3. Das Ausfallrisiko des Kredits

Die beiden erstgenannten Faktoren sind dabei leicht zu erklären. Je länger die Laufzeit, desto unsicherer ist die Rückzahlung des noch offenen Betrags aus Sicht der Bank. Und je höher die Summe, desto unsicherer wird eine Rückzahlung, wenn der Kreditnehmer in finanzielle Schwierigkeiten – bspw. durch Arbeitslosigkeit gerät. Wer also weiß, dass er nur für einen zeitlich umgrenzten Zeitraum eine Finanzierung benötigt, der sollte auch nur für diesen Zeitraum einen Vertrag eingehen.

Das Ausfallrisiko

Bei der Berechnung des Ausfallrisikos ist es schon etwas schwieriger. In der Regel ermitteln die Banken dieses Risiko, indem sie u.a. eine Auskunft über die Schufa einholen. Diese ermittelt einen Risiko-Wert für jeden Kreditnehmer. Dabei fließen Informationen zu weiteren bestehenden Verbindlichkeiten ein, ob es schon mal Schwierigkeiten bei der Rückzahlung eines Kredits gab oder auch Angaben zum Beruf und zum Alter. Die Bank lässt sich neben der Schufa-Auskunft durch den Kreditnehmer auch Gehaltsnachweise geben, bzw. zieht die private Situation (Mieten, Anzahl unterhaltsberechtigte Personen, Fahrzeuge im Haushalt usw.) ebenfalls zu Bewertung heran. Und je schlechter die oben aufgeführt Werte sind, desto höher wird der Zins ausfallen.

Vorteile des Ratenkredits

Ratenkredite haben für Verbraucher einige Vorteile. So haben diese in der Regel zwar eine definierte Laufzeit, die Mehrheit der Kredite können aber vorzeitig zurückgezahlt werden. Dabei verlangen die Banken zwar eine kleine Bearbeitungsgebühr, wer aber das Geld zur vollständigen Rückzahlung aufbringen kann, der steht sich grundsätzlich besser. Auch bietet sich der Ratenkredit als Alternative zu einem teuren Dispokredit an. Unter einem Dispokredit wird hier die Überziehung des Girokontos verstanden. In der Regel sind die Zinsen für eine Überziehung deutlich höher als bei Verbraucherkredit so dass bei Ablösung eines Dispos richtig Geld gespart werden kann.

Kredite für Immobilien

Im Gegensatz zu dem vorgenannten Kredit ist der Immobilienkredit in der Regel günstiger. Allerdings unterscheidet er sich auch in einigen Punkten. So ist ein Immobiliendarlehen zweckgebunden und entweder an den Erwerb von Immobilien oder Sanierung einer solchen gebunden. Wer sich auf diesem Weg bspw. einen teuren Sportwagen finanzieren will, der wird mit dieser Form des Kredits nicht weiterkommen. Neben der Zweckgebundenheit ist das Darlehen auch besichert. Als Sicherheit dient in der Mehrheit der Fälle die Immobilie. Wird aus welchen Gründen auch immer die Kreditrate nicht gezahlt, hat die Bank die Möglichkeit direkt auf die Immobilie zuzugreifen. Diese Art der Besicherung wird durch einen Notar beurkundet und in das Grundbuch eingetragen. Damit wird sichergestellt, dass der Schuldner nicht noch zu weiteren Banken geht und seine Immobilie als Sicherheit hinterlegt.


Immobilie  Immobilienkredit

Immokredit  Hauskredit

Immobiliendarlehen sind nicht ohne weiteres vorzeitig kündbar

Die klassische Immobilienfinanzierung wird über 10 Jahre festgeschrieben – Schuldner und Gläubigerbank haben in dieser Zeit nicht die Möglichkeit den Vertrag ohne triftigen Grund zu kündigen. Der Schuldner kann nur dann aus dem Vertrag aussteigen, wenn er der Bank eine Gebühr entrichtet. Damit zahlt er der Bank quasi den entgangenen Gewinn, der bis zum Ende der Laufzeit der Bank zugestanden hätte. In aller Regel lohnt sich deshalb keine vorzeitige Kündigung. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen. Die eine ist, dass das Darlehen mit einer Laufzeit und Zinsbindung von mehr als 10 Jahren abgeschlossen wurde. Hier hat der Schuldner nach 10 Jahren ein einseitiges Kündigungsrecht. Die andere Möglichkeit ist die Prüfung der sogenannten Widerrufsbelehrungen. Diese sind bei einer Vielzahl von Verträgen weiterhin juristisch nicht einwandfrei. Allerdings muss hierzu auch ein Anwalt beauftragt werden und nicht selten landet man dann auch vor Gericht.

Rückzahlung – die Tilgung, Zinszahlung und die Rate

Abschließend soll kurz auf die drei Begriffe eingegangen werden. Unter der Rate wird der gesamte Betrag verstanden, der monatlich geleistet wird. Dieser Betrag umfasst die Tilgung und die Zinszahlung. Die Rate bleibt über die Laufzeit gleich. Die Tilgung ist der Betrag, der zur Rückzahlung des Kredits verwendet wird. Die Zinszahlung ist der Wert, der auf das Restdarlehen bezieht und auf den die Zinsen gezahlt werden muss. Da die Rate gleich bleibt, die Restschuld von Monat zu Monat sinkt, fällt der monatlich zu zahlenden Zinssatz und der Tilgungsanteil steigt. Je länger ein Darlehen läuft, desto höher wird also der Tilgungsanteil.